In Bibokoboko in der Demokratischen Republik Kongo erhalten rund tausend Überlebende von Gewalt gegen Frauen und Mädchen eine ganzheitliche medizinische und psychologische Betreuung. Diese wird von Teams aus Pflegerinnen, Psychologinnen und Psychologen sowie Begleitpersonen aus der Gemeinschaft in einem geschützten Raum geleistet, der die körperliche und seelische Heilung fördert. Über die Betreuung hinaus stärkt ihre schrittweise Einbindung in einkommensschaffende Tätigkeiten ihre gesellschaftliche Anerkennung und ihre Entscheidungsmacht innerhalb der Gemeinschaft. Diese Begleitung steht für eine zentrale Überzeugung von SECODEV: Geschlechtergleichstellung ist nicht nur eine Frage der Repräsentation, sondern bedeutet auch, die besonders gefährdeten Frauen dabei zu unterstützen, ihr Leben neu aufzubauen und selbstbestimmt zu führen.

Für SECODEV ist die Gleichstellung der Geschlechter kein blosses Häkchen auf einer Liste, sondern ein Grundsatz, der in jeder Projektphase konkret umgesetzt wird, von der Bedarfsabklärung bis zur Auswertung der Ergebnisse. Jede Aktivität ist darauf ausgerichtet, die spezifischen Hindernisse abzubauen, mit denen Frauen und Mädchen konfrontiert sind, sei es beim Zugang zu Ausbildung, Einkommensmöglichkeiten oder Entscheidungsgremien. Die wirtschaftliche Selbstständigkeit von Frauen durch Ausbildung, Beschäftigung und den Aufbau eigener Tätigkeiten steht im Zentrum dieses Ansatzes.
Um dies zu erreichen, stützt sich SECODEV auf mehrere Ansätze. Einer davon, der sogenannte Ansatz der familiären Harmonie, wurde in Ruanda entwickelt und anschliessend auf andere Länder ausgeweitet. Er setzt direkt in den Haushalten an, dort, wo sich Ungleichheiten fortsetzen und häusliche Gewalt oft ihren Ursprung hat. Indem er Frauen ebenso wie Männer einbezieht und dabei auf positive Männlichkeit setzt, fördert er einen offenen und konstruktiven Dialog in Familien und Gemeinschaften und trägt zu ausgewogeneren und respektvolleren Beziehungen bei.
Verstärkt wird diese Arbeit durch psychosoziale Begleitung, die in fragilen Kontexten auf die emotionalen und sozialen Bedürfnisse der Bevölkerung eingeht. Durch aufmerksames Zuhören und angepasste Unterstützung hilft sie, Spannungen zu entschärfen, und ist für die gefährdeten Frauen oft eine Voraussetzung für jede Form nachhaltiger Selbstständigkeit.
Frauen und Mädchen machen die Hälfte der Weltbevölkerung aus und stellen damit die Hälfte des Entwicklungspotenzials der Welt dar. Dennoch bestehen in der Mehrheit der Entwicklungsländer weiterhin Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern, die den sozialen Fortschritt bremsen. Frauen auf dem Land spielen eine Schlüsselrolle in ihren Haushalten. Sie tragen zur landwirtschaftlichen Arbeit und zu ländlichen Betrieben bei und leisten einen wichtigen Beitrag zu lokalen wie globalen Wirtschaftskreisläufen.
SECODEV setzt sich in ihrem gesamten Programm für die Gleichstellung der Geschlechter und die Rechte der Frauen ein und will die entscheidende Rolle von Frauen in allen Einsatzländern sichtbar machen. Die Organisation führt dazu gemeinsam mit ihren Partnern verschiedene Massnahmen durch. Dabei achtet sie auf die lokalen Gegebenheiten und Empfindlichkeiten im Verhältnis zwischen Frauen und Männern und unterstützt konstruktive Ansätze, die Männer nicht ausschliessen und an den soziokulturellen Kontext angepasst sind.