
Es ist eine große Freude zu sehen, welche Ergebnisse durch die gemeinsamen Anstrengungen mit unserem laotischen Partner erzielt wurden.
Seit fast zehn Jahren unterstützen wir Straßenkinder in Luang Prabang und Vientiane. Oft noch sehr jung verlassen Kinder ihr familiäres Umfeld, getrieben von Hunger und/oder häuslicher Gewalt, auf der Suche nach einem besseren Leben. Doch das Leben auf der Straße führt häufig zu großen Enttäuschungen und gefährlichen Situationen: problematische Begegnungen, Drogen, Prostitution und mehr. Das Peuan-Mit-Zentrum nimmt diese jungen Menschen auf, hilft ihnen, ihre körperlichen und seelischen Wunden zu heilen, und unterstützt bei den Jüngsten die Rückkehr in die Schule sowie die Wiedereingliederung in ihre Familien. Für ältere Jugendliche ab 14 Jahren, bei denen die Lücke in der Schulbildung zu groß ist und die Rückkehr in das formale Bildungssystem sich als schwierig erweist, kann eine Berufsausbildung einen besonders vielversprechenden Weg bieten.
Indem es einen schrittweisen Einstieg in die Arbeitswelt bei gleichzeitiger Teilnahme an einer strukturierten Ausbildung ermöglicht, bietet dieses Modell echte Zukunftschancen und trägt dazu bei, die Berufsausbildung als starken und wertvollen Weg für viele junge Menschen zu etablieren.
Während sie weiterhin im Aufnahmezentrum leben, nehmen die Jugendlichen an einem sechsmonatigen Ausbildungsprogrammen in den Bereichen Gastronomie oder Mechanik teil. Die Restaurants Mini-Makpeth (Vientiane) und Khaipheen (Luang Prabang), die von Manager Noi und Chefköchin Kai geleitet werden, bieten ein förderndes Umfeld für talentierte junge Menschen. Über das Erlernen eines Berufs hinaus bedeutet dies auch eine Rückkehr in ein soziales Leben, den Wiederaufbau von Selbstvertrauen und ein gestärktes Selbstwertgefühl. Die Jugendlichen werden für ihre Fähigkeiten, ihre Professionalität und ihre starke Motivation sehr geschätzt und finden daher schnell eine Anstellung in den Restaurants in dieser schönen Stadt am Mekong. Dieses Engagement wird von drei Parteien gemeinsam getragen: Peuan-Mit gewährleistet die kontinuierliche Unterstützung der Jugendlichen, die Arbeitgeber bieten ihnen Anleitung und zahlen den Mitarbeitern einen fairen Lohn (etwa 100 bis 120 Dollar pro Monat), und die Jugendlichen selbst engagieren sich aktiv in ihrer Arbeit und tragen zu gleichen Teilen wie ihre Arbeitgeber zu den Kosten ihrer Unterkunft bei.
Erfahrungsbericht (Anne Simon) : Bei meinen Besuchen habe ich die Möglichkeit, in den Restaurants des Programms zu essen, und ich bin immer wieder beeindruckt vom professionellen Auftreten der jungen Menschen, die die Gäste empfangen und bedienen, sowie von dem Stolz, den sie für ihre Arbeit empfinden.
Besonders schätze ich die Begenung mit ehemaligen Teilnehmenden, um ihre Fortschritt zu sehen, und von ihren Erfahrungen zu hören. In diesem Jahr besuchte ich ein sehr beliebtes Restaurant in Luang Prabang, wo ich von der Geschäftsführerin, Frau Suong (Name geändert), empfangen wurde. Ich traf die Küchenchefin und die Sous-Chefin ihres Restaurants „Villa Puck Luck“, beides ehemalige Teilnehmerinnen des Berufsbildungsprogramms: Boua, 24, und Kasia, 20 (auf dem Foto von rechts nach links).
Boua kam allein aus einer besonders armen Bergregion im Nordosten des Landes. Nach mehreren Monaten des Umherirrens wurde sie im Zentrum aufgenommen und begann kurz darauf ihre Ausbildung. Unter der Anleitung von Chefköchin Kai entwickelte sie eine Leidenschaft für das Kochen und beschloss, dies zu ihrem Beruf zu machen. Sie arbeitet nun seit fünf Jahren in der „Villa Puck Luck“ und hat nicht die Absicht, das Restaurant zu verlassen. Ihr Gehalt, das mittlerweile etwa dem Vierfachen des Mindestlohns entspricht, hat es ihr ermöglicht, Geld zu sparen und mit der Planung für die Zukunft zu beginnen. Ihr Traum ist es, dass ihr junger Ehemann, der im Norden als Fahrer arbeitet, zu ihr kommt, damit sie eines Tages gemeinsam ein Restaurant führen können.
Kasia wiederum musste Herausforderungen in ihrem persönlichen Lebensweg bewältigen, die es ihr erschwerten, allein unterwegs zu sein und sich dabei sicher zu fühlen. Dank ihres Einkommens konnte sie sparen und sich ein kleines Elektromotorrad kaufen, ihr ganzer Stolz. „Ich fühle mich sicherer, wenn ich unterwegs bin“, sagt sie. „Auf meinem Motorrad fühle ich mich frei, und es macht mich wirklich glücklich.“
Die Arbeit an der Seite von Boua und unter der aufmerksamen Begleitung von Frau Suong hat ihr geholfen, Selbstvertrauen zu gewinnen, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln und mehr Eigenständigkeit zu erlangen.

Herzlichen Glückwunsch an Boua und Kasia, die mit Mut und Entschlossenheit ihren eigenen Weg gestalten und neue Perspektiven eröffnen.
Mit der richtigen Unterstützung, wohlwollender Begleitung und konkreten Chancen können junge Menschen ihren Lebensweg neu gestalten und ein stabiles, selbstbestimmtes Leben aufbauen. Ein Beruf kann das Leben eines Menschen nachhaltig verändern.
Vielen Dank an alle, die diese Erfolge möglich machen.